Was ist Osteoporose?

Osteoporose

Unter Osteoporose versteht man eine Erkrankung des gesamten Skeletts, die durch eine Verringerung der Knochenmasse, sowie durch eine Verschlechterung der Gewebsstruktur charakterisiert ist. Die Knochen werden brüchig, da sie an Elastizität und Stabilität verlieren. Dies kann soweit führen, dass sogar ohne zu stürzen ein Knochen brechen kann. Die Osteoporose wurde von der WHO in die Liste der 10 bedeutendsten Krankheiten aufgenommen.

In Deutschland sind mittlerweile mehr als 7 Millionen Menschen davon betroffen. Frauen leiden deutlich häufiger an dieser Krankheit als Männer. Es sind mehr als ein Drittel aller Frauen, die über 60 Jahre alt sind, davon betroffen. Dies hängt damit zusammen, dass mit den Wechseljahren die Östrogene als ein Schutzfaktor des Knochens ausfallen. Bei Männern dagegen nimmt der Testosteronspiegel im Laufe des Lebens nur geringfügig ab.

Auch Funktionsstörungen der Nieren, der Schilddrüse und der Leber können ein Grund für Osteoporose sein.

Entstehung von Osteoporose:

Ein Knochen besteht aus den Mineralien Phosphat und Calcium, sowie der Matrix (Gewebe, das dem Knochen seine Form gibt). Die Mineralien werden in der Matrix eingelagert und sorgen so dafür, dass der Knochen hart und dicht ist. Der Entstehungsprozess der Osteoporose dauert meist Jahrzehnte und verläuft in dieser Zeit im Normalfall ohne Symptome. Ungefähr ab dem 40. Lebensjahr werden jedes Jahr 0,5 - 1,5% Knochenmasse abgebaut. Auf Grund von Störungen des Hormonhaushaltes und des Calciumstoffwechsels und einem Mangel an Vitamin D wird der Vorgang des natürlichen Knochenabbaus noch gesteigert. Dieses führt im Laufe der Zeit zu Osteoporose.

Ursachen der Osteoporose:

Die Ursache der Osteoporose liegt in folgenden Risikofaktoren, die einen stabilen Knochenaufbau bis zum 40. Lebensjahr verhindern:

- Durch eine Überfunktion der Nebenschilddrüse wird zu viel Calcium aus den Knochen herausgelöst.

- Mangelnde Bewegung fördert den Knochenabbau.

- Schlanke Menschen sind öfters betroffen als Fülligere.

- Eine mangelnde Versorgung an Calcium und Vitamin D (z.B. durch häufige Diäten).

- Eine Einnahme von Kortison-Präparaten über einen längeren Zeitraum.

- Verdauungsstörungen mit chronischen Durchfällen.

- Östrogenmangel bei Mädchen und jungen Frauen (z.B. durch zu spätes Einsetzen der Regel).

- Gelenkserkrankungen (z.B. Rheuma) führen zu Schädigungen der Knochen.

- Rauchen schädigt die Knochen. Der jährliche Knochenverlust ist bei Rauchern ungefähr doppelt so hoch wie bei Nichtrauchern.

- Durch zu viel Alkohol werden Leberschäden verursacht, die die Produktion des Cholesterins verhindern.

Symptome der Osteoporose:

Im Grunde genommen ist Osteoporose eine still verlaufende Krankheit, die sich, wie schon erwähnt, ohne bemerkbare Symptome entwickelt. Ist die Krankheit jedoch fortgeschritten, zeigen sich typische Anzeichen des Knochenschwundes, bis hin zum Bruch der Knochen.

Osteoporose lässt sich an folgenden Symptomen erkennen:

- Größenabnahme: Die Körpergröße nimmt auf Grund des Zusammenbrechens der Wirbelkörper um mehr als 4cm ab. Dies führt zu starken Schmerzen, weil der Rippenbogen durch die Verkürzung des Rumpfes den Beckenkamm berührt.

- Akute Rückenschmerzen: Sie werden durch den Bruch eines Wirbelkörpers verursacht. Der stechende Schmerz ist meist mit einem lauten Knacken im Rücken verbunden.

- Chronischer Osteoporoseschmerz: Auf Grund einer Über- oder Fehlbelastung des Bewegungsapparates wird eine Fehlstatik des Skeletts verursacht.

- Osteoporose-Bäuchlein: Der Bauch wölbt sich auf Grund der verkürzten Wirbelsäule nach vorne.
- Tannenbaumphänomen: Durch den Größenverlust der Wirbelsäule entstehen charakteristische Hautfalten vom Rücken zu den Flanken.

- Witwenbuckel: Auf Grund des keilförmigen Einbruchs der Brustwirbel wird ein typischer Rundrücken verursacht, der umgangssprachlich als Witwen- oder Witwerbuckel bezeichnet wird.

- Baastrup-Syndrom: Durch die Höhenminderung der Wirbelkörper kommt es zu einer schmerzhaften Berührung der Dornfortsätze.

Formen der Osteoporose:

Die Osteoporose lässt sich in folgende Bereiche unterteilen:

* Primäre Osteoporose vom Typ I:

Von dieser Form der Osteoporose sind hauptsächlich Frauen im Alter von 50-70 Jahren betroffen. Die Hauptursache hierbei liegt im Mangel an dem weiblichen Geschlechtshormon Östrogen. Dieser Mangel kommt in den Wechseljahren zu Stande und stört das Gleichgewicht von Knochenaufbau und Knochenabbau. Es kommt zum Verlust an Knochenmasse, was die Knochen brüchig werden lässt.

Es können dann Knochenbrüche in den folgenden Bereichen auftreten
o In den Unterarmknochen
o In den Wirbelkörpern
o In den Rippen
o Im Bereich des Oberschenkelhalses

Um Knochenbrüche vorzubeugen, sind folgende Maßnahmen hilfreich

o Viel Bewegung
o Hormonersatz-Präparate
o Eine ausgewogene, calciumreiche Ernährung

* Primäre Osteoporose vom Typ II:

Von dieser Form der Osteoporose sind sowohl Frauen, als auch Männer im Alter von über 70 Jahren betroffen. In diesem Fall ist sowohl die schwammartige Innenstruktur, als auch die massive Knochensubstanz betroffen. Aus diesem Grund kommt es vermehrt zu Brüchen der Röhrenknochen.

Das sind vor allem folgende Knochen:

o Unterarmknochen
o Oberschenkelknochen

Die Ursache für die Osteoporose vom Typ II liegt hauptsächlich in folgendem Fehlverhalten:

o Ein Mangel an Calcium und Vitamin D.
o Mangelnde Bewegung.
o Der natürliche Alterungs-Prozess der Knochen.

* Sekundäre Osteoporose

Nur etwa 5 % aller Osteoporosen sind sekundäre Osteoporosen. Das liegt daran, dass diese Form der Osteoporose auf dem Boden einer anderen Grundkrankheit entsteht.

Es handelt sich hierbei um Krankheiten, wie:

o Eine Schilddrüsenüberfunktion
o Lange Bettlägerigkeit
o Zu viel Alkohol, Zigaretten und Kaffee
o Überfunktion der Nebennierenrinde
o Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes
o Bestimmte hormonproduzierende Tumore
o Die Einnahme von bestimmten Medikamenten über einen langen Zeitraum

Die Folgen bei dieser Form der Osteoporose sind, wie bei den anderen Formen auch, Knochenbrüche in verschiedenen Bereichen.