Operative Behandlung von Skoliosen:

Die operativen Korrekturverfahren einer Skoliose gehören zu den großen Eingriffen an der Wirbelsäule, die wie andere Operationen auch, Komplikationen nach sich ziehen können. Deshalb sollten bei der Indikationsstellung zum operativen Vorgehen folgende Kriterien bestehen:

- Progression (Zunahme) des Krümmungswinkels
- Ungünstiges saggitales Profil
- Schmerzen

Bei der Auswahl der Operationstechniken sind folgende Kriterien zu berücksichtigen:

- Flexibilität der Hauptkrümmung
- Flexibilität der Gegenkrümmung
- Sagitales Profil
- Bestimmung der Scheitel- und Endwirbel für die Instrumentation
- Stabile Zone zur Bestimmung der Länge der Konstruktion

Für die operative Therapie der Skoliose stehen verschiedene Verfahren zur Verfügung, mit denen die Verkrümmung und Verdrehung der skoliotischen Deformität korrigiert und stabilisiert werden können. Es lassen sich folgende Verfahren unterscheiden:

- Dorsale Verfahren, die über einen Zugangsweg von hinten erfolgen
- Ventrale Verfahren, die einen vorderen Zugang haben
- Kombinierte dorsale und ventrale Operationsverfahren

Für weitere Informationen zur operativen Versorgung der verschiedenen Skolioseformen und ausgewählte Operationsverfahren, die in unserer Abteilung bei der Behandlung von Skoliosen eingesetzt werden, stehen wir Ihnen in einem persönlichen Gespräch gerne zur Verfügung.

Fusion/ Versteifung (Spondylodese)

Die Spondylodese (Wirbelkörperverblockung) ist eine Operation zur Versteifung von 2 oder mehreren Wirbelkörpern an der Hals-, Brust- und/oder Lendenwirbelsäule. Die Operation dient der Behebung oder der Verhütung einer Instabilität der Wirbelsäule, wie sie z. B. bei instabilen Brüchen (Fraktur), beim Wirbelgleiten (Spondylolisthese) oder bei Tumoren an Wirbelsäulenabschnitten vorliegt.

Um die erforderliche hohe Festigkeit zu garantieren, werden Schrauben in die Wirbel eingesetzt, die über Stangen oder Metallplatten miteinander verbunden werden. Da die Metallimplantate alleine von hinten (dorsal) den erforderlichen Belastungen in der Wirbelsäule nicht dauerhaft standhalten können, wird der Bandscheibenzwischenraum zusätzlich durch Implantate (Cages) unterstützt.

Diese Fusionscages werden entweder von vorne als ALIF (anteriore lumbale interkorporelle Fusion) oder von hinten als TLIF/PLIF (transforaminale/ potesteriore lumbale interkorporelle Fusion) eingesetzt. Als alternative in speziellen Fällen geschieht dies durch den anterolateralen transpsoas Zugang durch den Psoasmuskel (engl ALPA) in der ALIF-S Technik.

Damit eine dauerhafte Verbindung der Wirbelkörper entstehen kann, werden die Cages mit körpereigenem Knochen, Spenderknochen oder Kunstknochen gefüllt. Nach circa 6 bis 12 Wochen ist die knöcherne Heilung abgeschlossen und die Verbindung zwischen den Wirbeln dauerhaft und unlösbar eingetreten. Bei der Fusion nimmt man in Kauf, dass die Nachbarbandscheiben deutlich stärker belastet werden und daher nach wenigen Jahren häufig dort eine weitere Operation notwendig wird.

Wiederherstellung der Beweglichkeit

In ausgewählten Fällen ist es möglich, eine Versteifung rückgängig zu machen. Wurde ein sog. Cage eingesetzt und ist eine erneute Operation notwendig, kann dieser durch eine Bandscheibenvollprothese ersetzt werden.