Neue schonende Bandscheibenoperation mit neuer Bandscheibenringprothese

Endlich wurde eine Lösung gefunden, den Bandscheibenvorfall zu entfernen und den Defekt am Bandscheibenfaserring zu reparieren und damit die Bandscheibe in ihren ursprünglichen natürlichen Zustand zurückzuversetzen.

Ein Novum in der Wirbelsäulen-Chirurgie: Vor einigen Wochen setzte Herr Dr. Bertagnoli erstmals das neue Implantat „Barricaid“ ein. Diese neue Bandscheibenringprothese verringert das Risiko eines erneuten Bandscheibenvorfalls an der gleichen Stelle.

Bandscheiben bestehen aus einem Faserknorpelring und haben einen gallertartigen Kern. Sie federn die Belastung zwischen benachbarten Wirbelkörpern ab.

Ein Bandscheibenvorfall entsteht meist mit zunehmendem Alter, wenn der innere Kern der Bandscheibe seine gallertartige Konsistenz und damit seine Pufferfunktion verliert. Dadurch wird der Faserring und vorzugsweise das hintere Längsband überdehnt und gelockert oder reißt sogar ein. Durch Fehl- oder Überbelastungen der Wirbelsäule, zum Beispiel beim Heben von schweren Gegenständen, kann sich der Gallertkern in den Rückenmarkskanal vorschieben und auf das umliegende Nervengewebe drücken. Das führt zu Schmerzen und sogar zu Lähmungserscheinungen in den Beinen.

Mit einer Bandscheibenoperation zur Entfernung des Vorfalls lassen sich diese Probleme beheben, aber es besteht die Gefahr, dass in etwa 10 Prozent der Fälle es zu einem erneuten Vorfall an der gleichen Stelle kommt, da der Defekt im Bandscheibenring nicht mehr vollständig heilen kann und daher die erforderliche Festigkeit von alleine nicht mehr zurückkommt.

Mit dem neuen Implantat kann der Faserring um den gallertartigen Bandscheibenkern mechanisch „versiegelt“ werden und der Defekt durch die künstliche Anulusprothese repariert werden. „Barricaid“ besteht aus einem polymeren Kunststoffgewebe, das mit einem Titananker fest mit dem Wirbelknochen verbunden wird. Das Implantat verhindert einen erneuten Bandscheibenvorfall.

Das Implantat ist ein „kleines Ding“ mit offenbar großer Wirkung. Gerade einmal einen halben Quadratzentimeter ist das Kunststoffgewebe groß, das die Bandscheibe so nachhaltig stabilisiert.